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Wohnverhältnisse und Bevölkerungsdichte in China

hse24

Im Westen Chinas leben nur knapp 10% der Bevölkerung

Auf dem Artikelbild sehen Sie die Volksrepublik China. Die Linie, welche das Land teilt, ist die so genannte Heihe-Tengchong-Linie, die sich an den beiden Städten Heihe und Tengchong quer durch das Land zieht. Diese Linie wurde 1935 eingeführt, um demographische Untersuchungen vorzunehmen. Bei der Volkszählung von 2000 lebten nur 9,2% der Chinesen westlich dieser Linie. Mit 116 Millionen ist dies aber immer noch eine beeindruckende Summe. Zumal 1990 nur 65 Millionen dort lebten, im Westen wächst die Bevölkerung also. Doch das Leben von 1,151 Milliarden Chinesen spielt sich im Osten ab. Dies veranschaulicht folgende Karte auch sehr schön:

Die Chinesen leben mehrheitlich auf dem Land

Der größte Teil der chinesischen Bevölkerung lebt auf dem Land. Gerade einmal 43% der Chinesen lebten bei einer 2005 durchgeführten Untersuchung in den Städten. Und dies war sogar nach der großen Steigerung des Urbanisierungsgrades. Trotzdem leben die Menschen auf dem Land in sehr viel ärmeren Verhältnissen als in den Städten. Sie besitzen nur einfache Hütten, die Heizungssituation im Winter ist schlecht, selbst in den Neubauten in chinesischen Großstädten fehlen oft vernünftige Heizsysteme. Zudem werden Immobilien und Land in der Regel von den Bauern vom chinesischen Staat gepachtet, sie sind also oft nicht Besitzer. Zwar gibt es seit Mitte der 2000er Jahre Bemühungen, die Infrastruktur zu verbessern, aber die Ergebnisse werden wohl noch auf sich warten lassen. Die Bauernhäuser sind oft karg eingerichtet und stellenweise auf dem Stand von vor 100 Jahren. Ein neues Programm (Aufbau neuer sozialistischer Dörfer) soll in den nächsten Jahren die alten Gebäude durch neue ersetzen, der Erfolg der chinesischen Regierung wird aber noch bezweifelt, da die neuen Gebäude eher längst vergessenen Plattenbauten gleichen.

Da die Arbeitslosigkeit auf dem Land besonders hoch ist, drängen immer mehr Chinesen in die Städte. Diese können dem Ansturm kaum gerecht werden. Die öffentlichen Verkehrsmittel in den Metropolen Chinas sind, obwohl U-Bahnen und Busse im Minutentakt fahren, extrem überfüllt. In einem atemberaubenden Tempo sprießen neue immer höher werdende Hochhaustürme aus dem Boden der Großstädte. Trotz der großen Anzahl von neuen Bauten, wird die Schere zwischen Nachfrage und Angebote von Wohnungen immer größer. Die Preise für  Immobilien in China steigen in schwindelerregende Höhen. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Absolventen einer chinesischen Universität liegt bei rund 25000 Yuan. Zweizimmer-Wohnungen werden in Bejing jedoch erst ab 30000 Yuan angeboten. Umgerechnet sind dies 350 Euro. Für einen jungen Normalverdiener ist das Wohnen in einer Großstadt somit unerschwinglich. In Hong Kong, der bevölkerungsreichsten Stadt der ganzen Welt, sind die Mietpreise noch wesentlich höher. Das Leben in den Metropolen Chinas ist damit ein wahrer Luxus. Da die Mieten in den Großstädten für die meisten Menschen in China zu teuer sind, die Arbeitslosigkeit auf dem Land jedoch hoch ist gibt es eine enorme Anzahl von Pendler, die morgens von den Dörfern in die Großstädte fahren und nach Feierabend wieder zurückfahren. Entsprechend überfüllt sind die Straßen. Aufgrund der vielen Pendler kommt es täglich zu Staus. Trotz der ruhigen Mentalität der Chinesen ist das Leben in einer chinesischen Großstadt hektisch und laut.

Fazit

Für uns Zentraleuropäer muten die Wohnverhältnisse in China ungewohnt an und es wird spannend sein zu sehen, ob die Programme der chinesischen Regierung Erfolg haben werden.

 

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